Gastro Briefing
Reservierungssysteme · Ausgabe Juni 2026
Branchenanalyse · Reservierungsmarkt DACH

Quandoo schließt 2026: Sechs Alternativen für deutsche Gastronomen im ehrlichen Vergleich

Rund 17.000 Restaurants im deutschsprachigen Raum müssen bis Jahresende ein neues Reservierungssystem finden. Was die gängigen Anbieter wirklich kosten, wie die Migration funktioniert — und wo die teuersten Fehler lauern.

Die Gewinner auf einen Blick Kurzfassung · Juni 2026
Beste Gesamtwahl für die meisten Häuser
Kein Fixpreis, 0,60 € nur bei erschienenem Gast — und Parallelbetrieb zu Quandoo während des Wechsels.
↓ zum Rechner
Nur für maximale Marktplatz-Reichweite
Sinnvoll nur, wenn Neukunden-Discovery über den Marktplatz im Vordergrund steht — sonst zahlst du Provision für Gäste, die du ohnehin hättest.
↓ zum Vergleich
Fixpreis bei sehr hohem Volumen
Wenn du planbare Fixkosten willst und so viele Buchungen hast, dass ein Monatsabo pro Buchung günstiger wird.
↓ zum Vergleich
Niedrigste Grundgebühr unter Fixpreis-Anbietern
Solider Einstieg, wenn es unbedingt ein klassisches Monatsabo sein soll — Skiper bleibt bei geringem Volumen günstiger.
↓ zum Vergleich

Es war im April 2026, als Markus Reinhardt — Inhaber eines Münchener Wirtshauses mit 70 Plätzen — die E-Mail bekam: Quandoo, sein Reservierungssystem seit über fünf Jahren, stellt zum 31. Dezember den Betrieb ein. Reinhardt war nicht allein. Rund 17.000 Restaurants, viele davon in Bayern, Wien und Tirol, standen plötzlich vor derselben Frage: Welches System nehmen wir jetzt — und worauf müssen wir achten, damit der Wechsel nicht im Servicechaos endet?

Quandoo war über ein Jahrzehnt einer der stärksten Reservierungsmarktplätze im deutschsprachigen Raum. Mit der Abschaltung verlieren Restaurants nicht nur den Marktplatz, sondern auch das Buchungstool, das tief in den Tagesbetrieb eingebunden ist. Drei Termine entscheiden über den geordneten Übergang:

  1. Juni 2026 Wechselfenster offen
  2. 30. September 2026 Stopp neuer Buchungen
  3. 31. Dezember 2026 Vollständige Abschaltung
Zeitstrahl der Quandoo-Abschaltung. Quelle: offizielle Mitteilung an Restaurant-Partner, 2026.1

I.Was Gastronomen bis September prüfen sollten

Wer den Wechsel ernsthaft angeht, beginnt nicht mit der Frage welcher Anbieter ist der beste, sondern mit drei nüchternen Hausaufgaben — unabhängig davon, wofür man sich am Ende entscheidet:

II.Die sechs gängigen Alternativen, direkt verglichen

Die folgende Übersicht stellt die sieben Reservierungssysteme gegenüber, die im deutschsprachigen Markt heute praktisch relevant sind. Quandoo bleibt aus Vergleichsgründen in der Tabelle. Bestwerte pro Zeile sind markiert.

Anbieter Grundgebühr / Monat Pro Reservierung Einrichtung Mitarbeiter-Logins Mindestlaufzeit
29–59 €3 ~3,50 € pro Gast (Netzwerk) 249–799 € begrenzt 12 Monate
29–149 €4 1,50–2,00 € pro Gast (Marktplatz) 300–400 € variabel 12 Monate
0 € 0,60 € pro erschienener Buchung 0 € unbegrenzt quartalsweise
39–449 $5 ~1,50 $ pro Gast (Netzwerk) ~200 $ variabel 12 Monate
ab 99 €6 im Tarif enthalten 0 € begrenzt 12 Monate
ab 69 €7 im Tarif enthalten 0 € begrenzt 12 Monate
89–149 €8 Einstieg provisionsfrei 0 € variabel 12 Monate

Skiper zählt pro Buchung, nicht pro Gast. Eine Reservierung für sechs Personen kostet 0,60 €. Manuelle, telefonische und Walk-in-Buchungen sind kostenfrei. Stornierte Buchungen und No-Shows kosten nichts. Mitbewerber-Preise: Listen- bzw. Richtwerte aus den offiziellen Preisseiten der Anbieter und unabhängigen Marktvergleichen; je Anbieter einzeln belegt und datiert (siehe Fußnoten 3–8). Zuletzt geprüft: 18. Juni 2026. Endkonditionen werden teils individuell verhandelt und können abweichen.2

III.Drei Lager — und wo Skiper hineingehört

Der Markt zerfällt in zwei klassische Lager. Die Marktplatz-AnbieterQuandoo, TheFork, OpenTable — bringen eigenen Gäste-Traffic mit, verlangen aber eine Monatsgebühr plus Provision pro Gast bei Marktplatz-Buchungen. Die provisionsfreie SaaS-FraktionCoverManager, Resmio, Zenchef im Einstiegstarif — verlangt eine Monatsgebühr, aber keine Pro-Gast-Provision; eigener Marktplatz fehlt.

Skiper, betrieben von der Skiper Technologies GmbH aus München, sitzt strukturell dazwischen: Marktplatz-Präsenz wie beim ersten Lager, aber kein fester Monatsbeitrag — und keine Pro-Gast-Provision, sondern 0,60 € pro Buchung, fällig erst wenn der Gast erschienen ist. Bei einer Reservierung für sechs Personen sind das 0,60 €, nicht — wie bei den klassischen Marktplätzen — bis zu 21 €.

Bei Skiper kostet eine Reservierung das, was sie kostet: nichts, wenn der Gast nicht kommt. Sonst sechzig Cent. Daran hat sich seit Tag eins nichts geändert. Bero Lomsadze, Mitgründer

Was das für Quandoo-Wechsler praktisch bedeutet:

Ehrliche Einschränkungen. Der Skiper-Marktplatz für Gäste ist jünger als der von TheFork oder OpenTable. Wer heute hauptsächlich Buchungen über Marktplatz-Discovery erwartet — statt über eigene Website, Google und Instagram — bekommt anderswo mehr Reichweite. Für sehr buchungsstarke Häuser mit über 1.500 Reservierungen pro Monat über den Marktplatz kann ein klassisches Monatsabo rechnerisch günstiger sein. Für die große Mehrheit der unabhängigen Häuser — das sind statistisch über 90 % aller Quandoo-Kunden — ist das pay-per-success-Modell strukturell günstiger und vor allem risikoärmer.

IV.Rechner: Was kostet welcher Anbieter im eigenen Haus?

Wählen Sie den Anbieter, gegen den Sie Skiper vergleichen möchten. Geben Sie unten die ungefähre monatliche Reservierungsmenge und die durchschnittliche Gruppengröße ein — der Rechner zeigt beide Modelle Zeile für Zeile. Setup-Gebühren werden für die Vergleichbarkeit über 12 Monate umgelegt.

Vergleich Skiper vs.
Monatliche Grundgebühr0 €
Einrichtung (/ 12 Monate)0 €
Pro Buchung0,60 €
Pro Gast0 €
Mitarbeiter-Loginsunbegrenzt
Mindestlaufzeitquartalsweise
Gesamt / Monat (geschätzt) 0 € 0 €
Differenz pro Monat 0 €

Richtwerte. Setup-Gebühren werden über 12 Monate umgelegt. Fixpreis-Tarife enthalten je Paket ein Buchungskontingent; darüber fallen Zusatzkosten an (angenommene Richtwerte). Manuelle, telefonische und Walk-in-Buchungen sind bei Skiper kostenfrei und hier nicht eingerechnet — der reale Vorteil fällt in der Praxis meist höher aus.

V.Der geordnete Übergang

Im Idealfall richtet ein Gastronom das neue System in einem Spätsommer-Mittwoch zwischen 15:00 und 17:00 ein — der ruhigen Stunde zwischen Mittagsservice und Abendgeschäft. Skiper lässt sich in etwa fünf Minuten selbst registrieren, der Tischplan ist in einer halben Stunde angelegt, und das System läuft danach parallel zu Quandoo, bis dort am 30. September Schluss ist. Die ersten 30 Tage zahlen Sie nichts. Wer nach einem Monat unschlüssig bleibt, kündigt zum nächsten Quartalsende — ohne Vertragsbruch, ohne Restlaufzeit.

30 Tage gratis · keine Kreditkarte nötig · quartalsweise kündbar
  1. Quandoo-Abschaltung: offizielle Mitteilung an Restaurant-Partner (quandoo.de/important-update) sowie Branchenberichterstattung — Tageskarte, „Quandoo stellt Betrieb bis Ende 2026 ein", und Verdict Foodservice, „Quandoo to shut restaurant booking platform by end of 2026", März 2026. Letzter Tag für neue Reservierungen: 30. September 2026; bestehende Buchungen bleiben gültig; Plattform, App und Datenexport laufen bis zur vollständigen Abschaltung am 31. Dezember 2026. Zuletzt geprüft: 18. Juni 2026.
  2. Methodik: Mitbewerber-Preise sind Listen- bzw. Richtwerte aus den je Anbieter genannten Quellen (Fußnoten 3–8); ergänzend ausgewertet wurden ResDiary „Top 10 Restaurant Reservation Systems", Aleno „OpenTable alternative: 6 providers compared" und RestaurantBookingSystem.com. Endkonditionen werden bei mehreren Anbietern individuell verhandelt und sind teils nicht öffentlich gelistet; die Angaben können daher abweichen und sich ändern. Skiper-Konditionen: eigene, öffentlich einsehbare Preisangaben (reserve.skiper.io). Stand sämtlicher Angaben, sofern nicht anders vermerkt: Juni 2026.
  3. Quandoo: Listenpreise vor Abschaltung (Grundgebühr 29–59 €/Monat, Einrichtung 249–799 €) laut Anbieter-Preisinformationen und Branchenvergleichen (RestaurantBookingSystem.com). Zuletzt geprüft: 18. Juni 2026.
  4. TheFork: Grundgebühr Visibility-Tarif ab ca. 29 €/Monat (Tarife Visibility/Performance/Enterprise); Provision pro erschienenem Gast wird individuell verhandelt und ist nicht öffentlich gelistet — die hier genutzten 1,50–2,00 € sind ein bewusst konservativer Richtwert (theforkmanager.com; ergänzend Capterra- und G2-Marktangaben). Zuletzt geprüft: 18. Juni 2026.
  5. OpenTable: US-Listenpreise Basic/Core/Pro 39/149/449 $/Monat zzgl. Netzwerk-Gebühr je Gast (Richtwert ~1–1,50 $); DACH-Konditionen können abweichen (opentable.com/restaurant-solutions/pricing). Zuletzt geprüft: 18. Juni 2026.
  6. CoverManager: provisionsfreie Monatsgebühr, Richtwert ab 99 €; je nach Modulen (Tischverwaltung, Deposits, Integrationen) auch darunter oder darüber, Endpreis modulabhängig (covermanager.com; ResDiary, „How much does a restaurant reservation system cost"). Zuletzt geprüft: 18. Juni 2026.
  7. Resmio: Premium 69,90 €/Monat, Ultimate 129,90 €/Monat; Basis-Tarif kostenlos; keine Provision auf vermittelte Reservierungen (resmio.de/preise; trusted.de/resmio-kosten). Zuletzt geprüft: 18. Juni 2026.
  8. Zenchef: drei Tarife laut Anbieterseite, Einstieg im niedrigen dreistelligen Bereich pro Monat; Reservierungs-Kernprodukt provisionsfrei (zenchef.com/plans). Zuletzt geprüft: 18. Juni 2026.